VIS-A-VIS

War es nur ein Strohfeuer oder kommt da von Vis-A-Vis noch mehr nach seinem produktiven Jahr 2023? Der musikalische Output dieses Jahres hallt jedenfalls in mir nach.

Mit dem Album “Sieben” zog er mich in den Bann und überzeugte mich nachhaltig von seinem Können. 

Maßgeblich für meine Begeisterung ist der Song “Hydros”. In meiner Interpretation landet ein Wesen aus einer anderen Galaxie auf dem wunderschönen Planeten Erde, wo er von der Ausbeutung des Lebensraums und dem schrecklichen Umgang der Menschen miteinander zermürbt wird. Einen kleinen Hoffnungsschimmer der Liebe hält der Song dennoch bereit.

“Und ich lande ausgerechnet auf dem Schönsten.

Dort wo Menschen den Menschen sich töten.

Halten die Kleinsten meist für die Größten.

Konnten das Rätsel noch immer nicht lösen”

aus „Hydros

Ein weiteres Highlight: “Standheizung”.

Statt “leichtfüßiger Lines” kritisiert er die Flucht ins digitale Leben, die Selbstdarstellung, bei der das echte Leben so oft kaschiert und vergessen wird. 

So lassen wir uns instrumentalisieren, durchleuchten und “testen mal wieder die gute alte Anfeindung”.. 

Offensichtlich widmet er sich aktuell vorwiegend anderen Genuss-Rezeptoren: Er kreiert und kredenzt tolle Cocktailkreationen im Frederics Freiburg.

Vielleicht animiere ich Vis-A-Vis ja mit diesem Post und auch mal wieder ein paar Geschmacksproben auf die Ohren zu geben.

Solange könnt ihr euch schon mal in der Underrated Deutschrap Playlist an seinem musikalischen Output des Jahres 2023 erfreuen.

Du bist auf den Geschmack gekommen? Alle bereits vorgestellten Underrated Deutschrap Künstler*innen findest du hier.

Du willst die Künstler*innen auch live sehen? Wir pflegen bestmöglich eine Konzertübersicht.

Zusätzliche Infos zu VIS-A-VIS:

Musikalische Heimat: Freiburg
Erwähnenswertes aus der Diskographie:

Anspieltipps:
„Hydros“ (auf „Sieben“)
„Standheizung“ (auf „Sieben”)
„Yoga“ (mit Nalim, 2023)

Alben:
„Parlè“ (prod. by Ajax, 2017)
„Sieben“ (2023)

Social Media:
Instagram: @vis.yodathan
Bandcamp: visavismusik.bandcamp.com
Photo by Benjamin Härer @haererbe