Vor gut einem Jahr erzählte mir Silly Talks voller Vorfreude von ihrem künftigen Interviewgast: Tombs Beats
Die Begeisterung kann ich mittlerweile gut nachvollziehen.
In ihrem Interview erfahren wir, dass Tombs während seiner Zeit in Rostock in einer Punk-Band mit DJ Flexscheibe gespielt hat. Hier kam er erstmals mit der Musikproduktionssoftware Ableton in Kontakt, mit der er sich künftig regelmäßiger befasste, als mit dem Erscheinen bei Bandproben.
Das Produzieren gab ihm die Möglichkeit sich unabhängig von anderen, jederzeit zuhause selbstständig musikalisch auszutoben. Erste erlesene Abnehmer seiner Beats fand er im Rostocker Dunstkreis.
2023 dann der erste größere Wurf: Sein Producer-Album “Irgendwer muss ja”.
Aus seinen umfangreichen Beat-Paketen wählten die eingeladenen Artists* so individuell aus, dass am Ende ein abwechslungsreiches Gesamtwerk steht und seine Bandbreite stark in Szene setzt. Neben einer tollen Bühne für Newcomer und alte Bekannte, wie Kuzo, Pöbel MC oder Milli Dance, wurde das Album auch zu einem ersten Showcase für ihn als Rapper.
Die Konsequenz: Seine erste EP “Weitsprung” erschien 2024.
Auf dieser beschreibt er die persönlichen Herausforderungen seines künstlerischen Werdegangs. Gleichzeitig reflektiert er gesellschaftliche Zustände und übt deutliche Kritik an der deutschen Rapszene, insbesondere an deren Oberflächlichkeit. Ehrliche und geistreiche Lyrics auf eingängigen Trap-Beats.
„Schaff das alles nicht allein, auch wenn ich meistens so tue.
Hab nen Teil von mir gefunden, doch der Rest bleibt auf der Suche.
Nach einem Ort, wo der Kopf schweigt.
Wo man nicht nachdenkt über 0 Likes.
Wo man fast schon fliegt, alles so leicht.
Ist vielleicht naiv, aber wär schon nice.“
aus „Weitsprung“
„Während Konzerne Wälder für Fabriken kahl schlagen.
Fragst du dich, willst du Silber oder Gold auf deinem Zahn tragen?
Frag ich mich, kann ich Miete noch ein weiteres Jahr zahlen?
Politikern ist Lax, was sie im Vorjahr gesagt haben.“
aus „Alutüte“
Durch das Produzieren war er an einen kontinuierlichen Output gewöhnt. Auch im Rap gelingt ihm das ganz ohne Qualitätsverlust.
So ließ auch ein weiteres Producer-Album nicht lange auf sich warten und “Irgendwer muss ja II” erschien 2025. Diesmal gesellten sich u.a. Nosen, AzudemSK, dissy oder auch Inspektah zum erlesenen Kreis, die sich auf seinen Beats austoben durften.
Mit letztgenannten ging er in den letzten Jahren eine fruchtbare Zusammenarbeit ein. Der im Juli 2025 erschienenen EP “Magen knurrt”, lassen sie in diesem Jahr bereits eine Weitere folgen: “Lunge pfeift” erscheint schon in diesem März!
Lange müsst ihr also nicht mehr auf neuen Output von Tombs Beats warten.
In der Zwischenzeit könnt ihr euch durch ein paar Hörproben aus seiner Diskografie in der aktuellen Underrated Deutschrap Playlist hören.
Du bist auf den Geschmack gekommen? Alle bereits vorgestellten Underrated Deutschrap Künstler*innen findest du hier.
Du willst die Künstler*innen auch live sehen? Wir pflegen bestmöglich eine Konzertübersicht.
Zusätzliche Infos zu TOMBS BEATS:
Musikalische Heimat: Rostock
Erwähnenswertes aus der Diskographie:
Anspieltipps:
„Alubeutel“ (auf „Weitsprung”)
„Weitsprung“ (auf „Weitsprung”)
„Tragen Schwarz“ (prod. by Tombs Beats, von PLH auf „PLH”)
Alben:
„Irgendwer muss ja“ (Producer-Album, 2023)
„Spießrutenlauf“ (EP mit Kuzo, 2023)
„Durststrecke“ (EP, 2024)
„Weitsprung“ (EP, 2024)
„Irgendwer muss ja II“ (Producer-Album, 2025)
„Magen knurrt“ (EP mit Inspektah, 2025)
„Lunge pfeift“ (EP mit Inspektah, 2026)
Social Media:
Instagram: @tombsbeats
Photo by @philipnuernberger
Bandcamp: tombsbeats.bandcamp.com
Silly Talks Interview: Youtube