CREDIBIL

Die Faszination für Rap beginnt bei Credibil nach der Jahrtausendwende mit Gangster-Rap aus Deutschland, den man plötzlich sogar im TV auf Viva sehen konnte. Schnell wurde klar, dass er genau das auch wollte – Rapper werden.

Credibil schreibt lange für sich, bevor er sich 2012 mit ersten Acapellas in die Öffentlichkeit traut, die nicht nur die Debüt-EP „Ehrlich Gesagt“ und ein Feature mit Celo & Abdi nach sich ziehen, sondern auch Kool Savas erste Props abringen. Ein kleiner Hype war geboren.

Mit seinem ersten Album „Deutsches Demotape“ interpretierte er 2013, als Hommage an die hiesige Rap-Szene, bekannte Songs neu. In den Folgejahren machte er sich mit seinen Veröffentlichungen (u.a. „Molokopf“ oder “Renæssance„, die beide von The Cratez produziert wurden) nicht nur eine treue Fangemeinde, sondern auch das Profil eines lyrisch ausgefeilten Rappers zu eigen.

Seine Diskographie schmücken Songs mit Frankfurter Größen (Vega und Moses Pelham) oder auch Disarstar, MoTrip oder Ahzumjot.

Seit 2020 ist zudem Frustra ein beständiger Wegbegleiter, mit dem er nicht nur den „Resumæ“ Podcast seit 2020 aufnimmt (zu Gast waren u.a. auch schon Pimf, Shogoon oder PTK), sondern auch regelmäßig zusammen für Tracks vorm Mikrophon steht.

So geschehen auch bei der in diesem Jahr erschienenen “Schwachstellen” EP und dem Album „(Mit) Mir zur Liebæ”. Nicht zuletzt wegen seinen starken Aktionen um die Releases „Am rechten Fleck“ (Fake AFD Stand in Fußgängerzone) und „Dolly“ (er zog für mehr Selbstliebe blank) wurde das Album zurecht medial aufgegriffen.

Aber auch die EP, auf der ich “Maskenpflicht” und “Man(n)” beispielsweise bemerkenswert stark finde, hätte definitiv die ein oder andere Review verdient gehabt.

Inspirierend finde ich nicht nur seine Musik, sondern vor allem auch sein Mindset: Obwohl er von der Musik leben konnte, entschied er sich 2022 für einen anderen Job für den zentralen Gelderwerb. Um bedingungslose Liebe in seine Musik zu stecken, musste er sich von einer finanziellen Abhängigkeit lösen. 

Andere Anregungen, die ich aufgeschnappt habe: Definiere dich nicht darüber “Gegen” was du kämpfst, sondern “Wofür”.

Oder auch, das Problem mit der Frage, welchem Job man nachgeht: Wie wichtig ist die Antwort wirklich und was macht sie mit deiner Wertschätzung gegenüber einem Menschen?

Inspirierend!

Und ab heute in der Underrated Deutschrap Playlist!

Du bist auf den Geschmack gekommen? Alle bereits vorgestellten Underrated Deutschrap Künstler*innen findest du hier.

Zusätzliche Infos zu CREDIBIL:

Musikalische Heimat: Frankfurt am Main
Erwähnenswertes aus der Diskographie:

Anspieltipps:
„Aquarium“ (mit Frustra auf „Schwachstellen EP”)
„Lebensmüde“ (auf „(Mit) Mir zur Liebæ”)
„Antonym“ (auf „24/7”)

Alben:
„Ehrlich Gesagt” (EP, 2012)
„Deutsches Demotape” (2013)
„Molokopf“ (EP, 2015)
„Renæssance“ (2015)
„Semikolon” (2018)
„24/7” (2020)
„Carantæne” (2020)
„Schwachstellen EP” (EP, 2023)
„(Mit) Mir zur Liebæ” (2023)

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Instagram: @credibil
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